Mittwoch, 13. Januar 2010

Hund entlaufen?

Es kommt öfter mal vor das Freunde von uns sich Maja,unseren Hund,"ausleihen" um mit ihr raus zu gehen.Dabei sind die Gründe oft verschieden,die einen nehmen sie mit weil sie gemerkt haben das Maja ein Frauenmagnet ist,andere können,aus welchen Gründen auch immer,keinen Hund haben,hätten aber gerne einen und machen sich nen schönen Tag mit Hund.
Bisher war das nie ein Problem,warum auch,wir hatten mal unsere Ruhe,Maja ihren Spaß und die Leute schließlich auch!

Gestern wollte Ronny mit Maja seinen Spaß haben.Der Plan war so,die beiden fahren zur Schauinslandbahn und dort mit der Gondel hoch zum Schauinsland,auf die Holzschlägermatte.Von dort aus dann schön durch den Tiefschnee wieder runter wandern zur Talstation.Meine Maja ist ein ein Stadtfrollein,für sie ist so ein Ausflug das größte!Wald,Wiesen,viele Stöckchen zum hinterher rennen,kilometerweite Freiheit,kein Haus weit und breit......Aber das allergrößte ist soooooooo viel Schnee!!In der Stadt bei uns liegt ja schon so viel Schnee wie schon lange nicht mehr und dort oben aufm Schauinsland liegen sicher an die 70 cm,so viel Schnee hat mein kleiner Hund in ihrem Leben noch nicht gesehen.

Ich muß gestehen das ich mir ja davor schon ein bisschen Sorgen gemacht hab das sie sich nen Schnupfen holt oder sowas,schließlich hat sich das verwöhnte Stadtfrollein ein chices Kurzhaarfell ganz ohne Unterwolle wachsen lassen,ideal für Zimmertemperatur und Streifzüge um die Blocks.Na,ne Dame von Welt stapft ja auch nicht im kleinen Schwarzen ohne Unterwäsche und Schuhe durch den Tiefschnee....Aber ich dachte solange sie in Bewegung bleibt-wer Maja kennt der weiß das sie eigentlich immer in Action ist-dann kann nix passieren und so lies ich sie (fast)sorglos ziehen.....

Kann mir bildlich vorstellenwie sie dort durchs Schneegestöber getobt ist,den Schneeflocken hinterher jagt und versucht sie zu schnappen.Wie sie im hohen Schnee hüpft,wie ein schwarzer Schneehase und dabei nur noch Ohren oder Schwanzspitze zu sehen sind oder sie ganz im Schnee versinkt,während sie nach ihrem Stöckchen sucht.

Ja,sowas erlebt unser Hundi ja sonst nie und da war es wohl auch was ganz was neues für sie als plötzlich zwei Schlittenfahrer mit nem Affentempo direkt auf Ronny und Maja zurgerast kam.Erst kläffte sie die zwei noch laut und mutig an und war sich sicher wenn sie nur laut und böse genug bellt dann lösen die sich in Luft oder zumindest in Scheegestöber auf.Aber dem war nicht so.Aus dem bösen Kläffen wurde ganz schnell hysterisches Winseln und Maja nahm ihre vier Pfoten in die Hand und gab Fersengeld.Sie rannte so schnell sie konnte,nur weg von den Schlittenfahrern....Ronny versuchte sie zurück zu rufen aber Maja hörte gar nichts mehr,sie lief einfach nur noch blind und taub davon.

Er dachte sich dass Maja wenn sie ihren ersten Schock überwunden hat wieder zurück gelaufen kommt und folgte den Spuren im Schnee wärend er nach ihr rief.Doch das war gar nicht so einfach mit den Spuren,da sie zuvor Stöckchenwerfen gespielt haben war die ganze Lichtung übersäht mit Majas Pfotenabdrücken und irgendwie führten sie alle wieder dahin wo er sie verloren hat.Es war wie verhext und Maja war weit und breit nicht zu sehen.Langsam machte er sich schon Gedanken,normalerweise blieb Maja nie lange weg.Sie ist keine Steunerin und achtet auch immer darauf das sie einen nicht aus den Augen verliert.

Er machte sich daran den Weg der runter zur Talstation führt abzusuchen,dort begegnete er auch nochmal den Schlittenfahrern und bat diese um ihre Hilfe.Sie tauschten ihre Handynummern.Er folgte weiter dem Weg,sah auch immer wieder Spuren aber war sich nicht sicher ob es wirklich ihre Spuren waren.Naja,eigentlich läuft sie ja nicht soweit weg,dachte er sich,sie wird noch oben auf der Holzschlägermatte sich rumtreiben.Also drehte er wieder um und stapfte durch den Schnee wieder den Berg hoch.Mittlerweile fing es auch schon wieder an zu schneien.

Völlig außer Atem vor lauter rufen und sich durch den Schnee kämpfen kam er oben an.Keine Maja weit und breit zu sehen.Da klingelte das Handy.Die Schlittenfahrer hatten Maja im Tal gesichtet.Sie ist wohl am Dorfrand vergnügt vor sich hergewuselt doch als die zwei sich ihr genähert haben ist sie wieder vor lauter Angst vor den Schlitten wieder abgehauen und sie haben sie wieder aus den Augen verloren. Hätten diese Deppen vielleicht mal ihre Schlitten zur Seite gestellt und dann versucht Maja zu locken hätten sie eventuell sogar Erfolg gehabt,aber man kann ja nicht alles verlangen.Voller Hoffnung stiefelte Ronny wieder den Weg hinab.Es war schon fast dunkel und der Weg war nicht beleuchtet.Er brauchte über eine Stunde bis er im Tal war,immer wieder rief er nach der Hündin.Er suchte die Gegend die ihm die Schlittenfahrer beschrieben haben ab,mittlerweile war es zu dunkel um noch verwertbare Spuren im Schnee zu finden,einmal glaubte er auf sein rufen einen Hund bellen zu hören,doch konnte er es nicht einordnen von woher es kam und es hörte sich auch eher wie ein Hofhund an der sein Revier verteidigt.
Er fand eine Tankstelle und wärmte sich dort erstmal etwas bei einem heißen Kaffee auf.Es war mittlerweile 18 Uhr,Maja war über vier Stunden verschwunden und es war draußen dunkel.Er rief bei der Polizei an,in der Hoffnung es hat schon jemand Maja gefunden,aber ohne Erfolg.Ronny wusste genau wenn er ohne Hundi bei uns ankommt dann ist die Hölle los,er musste es nun beichten,ob er wollte oder nicht.Ihm war klar das wir uns spätestens jetzt langsam mal Gedanken machen wo sie bleiben,also rief er uns an...

Mein Liebster war natürlich ganz und gar nicht von der Nachricht begeistert.Er machte ihm unmissverständlich klar das er wenns sein muß die ganze Nacht den ganzen Schwarzwald umpflügt.Ich war total verzweifelt.Meine kleine Maja,ganz alleine,mitten im Schwarzwald bei Minusgraden und Tiefschnee!Und das alles weil dieser Trottel von Ronny das nicht im Griff hat.Ich suchte im Internet nach den Telefonnummern der zwei Tierheime bei uns in der Gegend.Die Polizei hatte zwar Ronny versichert das sie dort anriefen aber das hat mir keine Ruhe gelassen.Beide Tierheime konnte man nur über eine Telefonnummer vom Tierschutzverein erreichen.Dort rief ich an,doch ich bekam nur einen Anrufbeantworter dran der mir eine Handynummer für Notfälle gab.Nach drei oder viermal tuten sprang auch da die Mailbox an.Völlig aufgelöst sprach ich drauf.Ist doch wohl der Witz das weder die Tierheime direkt erreicht,noch auf einer sogenannten "Notfallnummer" jemanden zu sprechen bekommt.Ich kam mir so hilflos vor.Mein Liebster hatte noch einen wichtigen Termin und machte mit Ronny aus das sie sich danach dort oben an der Talstation treffen um zusammen nach Maja suchen.Er wollte mit der Straßenbahn bis zur Endhaltestelle und dann mit dem Taxi hoch zur Talstation der Schauinslandgondel.Ich war völlig mit den Nerven am Ende,ich konnte nicht untätig da sitzen und Däumchen drehen!In meiner Not schrieb ich sämtliche Radiosender per E-mail an und bat sie eine Durchsage zu machen.Ich hoffte das Maja jemanden zugelaufen ist und dieser Jemand das dann hört.Oder vielleicht dass jemand zufällig mit dem Auto dort oben in der Gegend rumfährt und die Augen offen hält....Ich wollte nichts unversucht lassen,ich hatte wirklich Angst um Maja.

Immer wieder rief ich bei Ronny an,mittlerweile hatte er sogar bei einem älteren Pärchen so Mitleid erregt das diese sich an der Suche beteiligten.Sie fuhren mit dem Auto den Weg abermals ab aber nicht ohne vorher Horrorgeschichten von Wildschweinen zu erzählen,die bei Tiefschnee kein Futter mehr finden und dann auch durchaus mal mit einem kleinen Hund zum Frühstück vorlieb nehmen.

Bevor sich mein Liebster auf den Weg zur Straßenbahn machte,packte er sich noch Taschenlampen,ein paar "Entlaufen"Zettel,die ich noch schnell geschrieben hatte,ein Handtuch und natürlich ein paar Leckerli ein.Es hätte ein so schöner,gemütlicher Abend sein können,wenn nicht....


Ja,wenn Maja nicht vor lauter Schreck,wie eine Verrückte vor den Schlitten geflüchtet wär!Sie rannte einfach drauf los,scheiß drauf ob Ronny rief.Nur schnell weg!Ich kann nicht sagen was sie da geritten hat.Gut,sie ist nicht unbedingt die mutigste,schon eher ein Schisshase aber das ist auch genau der Grund warum sie niemals freiwillig den Sichtkontakt verlieren würde.Das schlimmste für meinen kleinen Hund ist nämlich das alleine sein.Als sie sich vom ersten Schrecken erholt hatte wird sie wohl genau das festgestellt haben,nämlich dass sie alleine ist.Ich nehm mal an das ihr dass dann nochmal nen riesen Schrecken eingejagt hat und sie total verwirrt durch die Gegend gepest ist und dann total die Orientierung verloren hat.Ich kann mir das nicht anders vorstellen,eigentlich ist Maja die Supernase doch das war wohl zuviel für sie.Maja kennt sich dort oben überhaupt nicht aus,schon gar nicht bei soviel Schnee aber irgendwie brachte sie es fertig auf dem schnellsten Weg ins Tal zu dem kleinen Ort zu flitzen.

Sie muß wie der Teufel dort hinunter gefetzt sein,war sie ja noch vor den Schlittenfahrern vor denen sie ja aufm Berg geflüchtet ist dort unten.Nachdem sie dann die zwei abermals abgehängt hat kam dann kam jetzt doch noch ihre Supernase zum Zuge!Sie schnupperte sich einmal die kleine Strasse hoch und runter und entschied sich kurzerhand ähhh,Pfote,für das Haus das einen Geruch verströmte der einen saftigen Braten im Ofen versprach!Sie flitzte zum erstbesten Fenster aus dem Licht schien,stellte sich auf ihre Hinterbeine und schaute rein.In dem Zimmer saß ein Mann auf dem Sofa und sah fern.Eine Frau betrat das Zimmer,in der Hand hielt sie zwei Teller mit lecker Braten drauf.Maja kratze mit den Pfoten am Fenster um sich bemerkbar zu machen.Die beiden staunten sicher nicht schlecht als sie die Hündin an ihrem Fenster sahen.Die Frau ging zur Terrassentür,Maja sprang wedelnd rüber zur Tür und freute sich das die Frau ihr öffnete.Ja,so kamen die zwei zu einer überraschenden Besucherin und Maja zu einem unverhofften Abendessen.Ich nehm mal an das meine Maja das nette Pärchen mit ihrem unschlagbaren Hundeblick so bezirzt hat das sie sich mächtig den Bauch vollschlagen konnte.

Das Problem ist das Maja kein Adressenanhänger mehr hat.Ständig verliert sie diese Dinger oder die Kapseln drehen sich von selbst auf,deshalb konnten sie auch nicht nachvollziehen zu wem Maja gehört.Also machten sie nach dem Essen einen Rundgang durch die Nachbarschaft,sie dachten das Maja vielleicht dort irgendwem ausgebüchst sei,aber niemand wußte zu wem sie gehört.Maja sieht original aus wie ne österreichische Brandel-Bracke,dem Mann fiel ein das in dem kleinen Ort ne Brandel-Bracken Zucht ist.Er schnappte Maja und fuhr mit ihr zu dem Züchter.Da staunte Maja sicher nicht schlecht als sie vor lauter kleinen Ebenbildern stand.Sie passte zwar optisch da einwandfrei rein doch war schnell klar das dies hier nicht ihr zuhause war.Sie fuhren wieder nach Hause.Seine Frau hatte mittlerweile auch bei den Tierheimen angerufen und die gleiche Erfahrung wie ich auch gemacht.Nämlich das man im Notfall nichtmal auf der Notfallnummer jemanden erreicht.Doch sie wußte ja,es gibt da jemand der sicher das kleine Hundi vermisst und sich große Sorgen macht.Ihr blieb nichts anderes übrig als die Polizei zu informieren.

Während mein Liebster auf dem Weg zur Straßenbahn war und ich voller Sorge zuhause saß und nicht wußte was ich noch tun sollte,klingelte bei Ronny das Handy.Es war die Polizei.Der Beamte teilte Ronny mit das sich jemand gemeldet hatte der Maja gefunden hat und er ihm Ronnys Nummer gibt. Der Finder und seine Frau brachten Maja sogar zu Ronny,der ja immer noch mitten im Wald umherstapfte,Ronny fiel ein Stein vom Herzen.Uns allen fiel ein Stein vom Herzen....Zum guten Schluß fuhr dann sogar das Pärchen das Ronny beim suchen geholfen hat die zwei dann auch noch in die Stadt zurück.

Ich glaub ich war noch nie so froh meinen kleinen Wirbelwind Maja zu sehen,was haben wir und Sorgen gemacht,uns das schlimmste ausgemalt.Bei dem Wetter stundenlang verschwunden....Dabei hatte es sich das Frollein schön gutgehen lassen.Sich bis oben hin mit Braten füttern lassen,mit anderen Hundis gespielt und sich dann lässig vor den warmen Ofen gelegt und einfach abgewartet bis sich die Situation von alleine regelt.Da lag sie nun zwischen uns auf dem Sofa,mit warmen und trockenen Pfötchen und verstand die ganze Aufregung gar nicht.....

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